Neuigkeiten: 2012 – AusZeit – Nachdenken über H.

wk10

Ausgangslage

Hoyerswerda gehört zu den Städten in den neuen Bundesländern, denen eine düstere Prognose vorausgesagt wird. Seit der Wende hat sich die Einwohnerzahl auf weniger als die Hälfte reduziert trotz Eingemeindung benachbarter Ortschaften. Auch wenn die Flut der Abwanderungen etwas nachgelassen hat, kehren v.a. jüngere Menschen der Stadt den Rücken. Die demographische Entwicklung mit einem hohen zahlenmäßigen Anteil der über 70jährigen lässt zudem einen deutlichen altersbedingten Rückgang der Bevölkerung in den nächsten 10 bis 20 Jahren erwarten. Demgegenüber fehlt es an jüngeren Menschen, die hier Familien gründen. Mit der Schrumpfung der Stadt sind eine Reihe von Konsequenzen verbunden.

Das Projekt

Diese augenscheinliche negative Entwicklung wollen wir nicht passiv erdulden, sondern nehmen uns Zeit und Raum, um über uns und die möglichen Perspektiven unserer Stadt gründlich und kreativ nachzudenken. Eine Stadt rückt symbolisch zusammen. In ein Haus: ein Würfelhaus im Abrissgebiet. In diesem Haus mit 6 Etagen und 18 Wohneinheiten entsteht temporär ein Mikrokosmos unserer Stadt, eine Art Labor, in dem wir unsere Lebensentwürfe überdenken und dabei entstehende Ideen teilweise praktisch ausprobieren.

Ziel ist dabei zunächst, dass die temporären „Mieter“ miteinander agieren, ihre Fähigkeiten miteinander verknüpfen, Besuchern ihre Ideen nahe bringen und auch externen Experten den Raum geben, zu den Kernthemen zu sprechen.

Wichtig ist uns dabei die Balance von lustvollem Nachdenken über lokale Entwicklungen, dem gemeinsamen Erleben kultureller Möglichkeiten und dem praktischen Tun bzw. auch der Weitergabe von eigenen praktischen Erfahrungen an interessierte Bürger. Im Prozess ist ausdrücklich gewünscht, dass Ideen entstehen, die beispielgebend sind und weiterentwickelt werden können. Diese Ergebnisse werden in einer Abschlussdokumentation festgehalten.

Das Prinzip

Das Würfelhaus wird als Projektraum vom 14.07.2012 bis 04.08.2012 geöffnet.
Der Aufbau ist ab dem 01.07.2012 geplant, der Abbau vom 06.08. bis ca. 10.08.2012.

Einzelne Wohneinheiten, auch einzelne Zimmer werden an interessierte Bürger, Gruppen, Schulklassen etc. vermietet. Dies kann über die gesamte Zeit erfolgen z.B. als Wohnzimmerkino, in dem täglich Filme zur Diskussion einladen, aber es kann auch nur für einzelne oder wenige Tage sein z.B. für einen Kurs für vegetarisches Kochen. Es sind Vorführungen wie ein Schülertheater an einem Nachmittag ebenso möglich wie auch eine Ausstellung zur Stadtentwicklung über die gesamte Zeit.

Jeder „Experte des Alltags“ mit einer besonderen Fähigkeit, einer tollen Idee, einer Vision für die Stadt o.ä. zieht in das Haus und erklärt sich bereit, entweder anderen davon zu erzählen oder mit Besuchern und verschiedenen Mietern etwas auszuprobieren und sie anzuleiten.

Ausgenommen sind die Präsentation von Dingen, die der demokratischen Grundordnung, dem humanistischen Menschenbild und ethischen Grundrechten widersprechen (z.B. auch Parteienwerbung).

Ein Hausmanager nimmt die Angebote entgegen und ist für die Raumvergabe und die Koordinierung der Kurszeiten und Talkrunden verantwortlich.

Desweiteren soll ein Hausgemeinschaftscafé entstehen, in dem ein Imbissangebot und Getränke zur Verfügung stehen. Dieses schafft einen öffentlichen Raum, in dem Mieter und Besucher ins Gespräch kommen und auch in die fortlaufende Prozessdokumentation Einblick nehmen können.

MITMACHEN

Der WK 10 Block steht für Ihre Ideen und Visionen zur Verfügung.
Bringen Sie sich damit ein. Interessenten melden sich bitte in der Kufa.
Die  momentan geplanten 7 „Laboratorien“ sind folgenden grundsätzlichen Themen zugeordnet:

Labor für Glück, Gesundheit & Lebensfreude
Ansprechpartner: Sabine Proksch, Tel.: 40 59 80

Labor für Kultur, Bildung & Tourismus
Ansprechpartner: Dirk Lienig, Uwe Proksch Tel.: 40 59 80

Labor für Wertkreisläufe & Bürgerbeteiligung
Ansprechpartner: Silvio Paul, Hans-Joachim Donath, Tel.: 974 90 49

Labor für Handwerk, Handarbeit & Selbstversorgung
Ansprechpartner: Heike Kalkbrenner, Tel.: 40 59 80

Labor KonRegio (Konzept für regionale Infrastruktur & Organisation) 
Ansprechpartner: Carsten Baumeister, Jens Uwe Röhl, Tel.: 40 59 40

Labor für Wohnen, Lebensformen & Architektur (mit Hostel-Betrieb)
Ansprechpartner: Dorit Baumeister, Lisa Miersch, Tel.: 974 90 41

Labor für Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation  (mit Cafe-Betrieb)
Ansprechpartner: Uwe Proksch, Steffen Seifert, Katharina Elle, Tel.: 40 59 80

Gesamtkoordination: Uwe Proksch, Tel.: 40 59 80, Mail: info@kufa-hoyerswerda.de

Fazit

Wir nehmen eine Auszeit und verabschieden uns für 3 Wochen von Zwängen und Verpflichtungen. Willkommen sind dabei Bürger dieser Stadt und der Region – aller Altersgruppen, Einzelpersonen sowie Vereine, die mit ihren Ideen, Fähigkeiten und Interessen das Haus beleben und ihre Gedanken zur Gesellschaftsentwicklung einbringen.

Wir wollen uns bewusst machen, was für uns Lebensqualität bedeutet – wie wir bei scheinbarem Verzicht dennoch ein Mehr an Lebensqualität erreichen.

Wir gehen davon aus, dass alle Menschen Fähigkeiten und Erfahrungen haben, die sie an andere weitergeben können, auch wenn es ihnen selbst gar nicht bewusst ist. Wir sind der Überzeugung, dass die Einbeziehung der Menschen vor Ort mit ihren Ressourcen, einschließlich ihrer Gedanken und Interessen, einen Zusammenhalt schafft, der uns allen nützt.

Das Projekt wird gefördert von Kulturstiftung Sachsen, Fonds Soziokultur, LebensRäume eG, Stadt Hoyerswerda, Landkreis Bautzen und Kulturraum Oberlausitz / Niederschlesien, sowie „lienig & baumeister architekten“.


 

 

 

 

 

Die Auszeit-Dokumentation liegt gedruckt vor. Über einhundert Seiten Erinnerungen, Fotos, Visionen. Dazu noch eine DVD mit Pressespiegel, Projektdokumentationen, Auszeit-Film ….

www.facebook.com/wkxblock

Download Programmbroschüre als PDF-Datei

Fotodokumentation von Detlef Degner

LR AusZeit-Berichterstattung

Drei Wochen gab es im Sommer das Auszeit-Projekt der Kufa im WK 10. Diese 21 Tage waren mit Informationen, Begegnungen, Veranstaltungen und Eindrücken so vollgestopft, das es fast unmöglich ist diese Fülle in einer kurzen Film-Dokumentation wiederzugeben. Dirk Lienig hat es trotzdem versucht,
hier ist das Ergebnis: