2.3.2018 | 20:00 Uhr

Dietmar Wischmeyer

Radio 1, Sächsische Zeitung, Kufa & FSR Unterhaltungsbüro GmbH präsentieren:
Dietmar Wischmeyer
(in der Lausitzhalle Hoyerswerda!)

Vorspeisen zum Jüngsten Gericht
Ein Nachruf auf unsere fetten Jahre

Die Insassen des hiesigen Wohlstands-Archipels suhlen sich in ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft. Digitalisierung, Industrie 4.0., Migration und Globalisierung werden vorwiegend als Verlust wahrgenommen. Es zählen nicht die Chancen, sondern Askese und Verzicht werden zur Staatsreligion: nicht mehr rauchen, weniger saufen, kein Fleisch, kein Weizen, kein Atom, keine Kohle, keine Dieselautos, kein Garnichts mehr. Eine Gesellschaft tut Buße, um der endgültigen Bestrafung doch noch zu entgehen. Stilvolles Verwelken vor der Zukunft ist das Credo der satten Gespenster am Ende der Gegenwart. Doch was tatsächlich geschieht, ist Selbstverwirklichung als Volkskrankheit. Dietmar Wischmeyer lässt die Saturierten und Gestrandeten auf dem alten Seelenverkäufer „Deutschland“ noch einmal zu Wort kommen. Die Art, wie wir heute leben, war schon gestern vorbei, doch morgen werden auch wir es merken. Was wird das für ein Gefühl sein, wenn einem der Pflegeroboter einen Blasenkatheter durch den Harnleiter schiebt? Ist in Zukunft die Erotik eine App auf dem Smartphone? Bringt uns Lieferando dann den Fertigfraß aus okkulten Schmurgelküchen und Sterberando räumt im Herbst den toten Opa ab? Sieht so unsere Zukunft aus? Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen … der ganz normale Bestand an Insassen dieser Republik erzählt in Wischmeyers Worten vom Verschwinden seiner gewohnten Lebenswelt. Dietmar Wischmeyer zeichnet in seinem neuen Programm „Vorspeise zum Jüngsten Gericht“ ein Sittenbild der Gegenwart als wohligen Grusel vor dem, was kommt.

 

Wischmeyer ist der Gangsta-Rapper der deutschen Comedy.
Lausitzer Rundschau

...wäre Dietmar Wischmeyer eine Naturgewalt müsste die Richterskala seinetwegen wohl neu definiert werden.
DeWeZet

Bei seinen Wortschöpfungen und Entdeckungen müsste er eigentlich fester Mitarbeiter des Duden Verlages werden.
Jeversches Wochenblatt

Mit zunehmendem Wechsel der Rollen wird spürbar: Hinter den Kaskaden nonkonformistischen sprachlichen Ausdrucks steckt ein Feingeist. Dietmar Wischmeyer ist studierter Philosoph. Unvergleichlich, wie geschickt er Alltagsbegriffe zu verbalen Dampframmen umgestaltet. Also doch nicht nur flüchtige derbe Unterhaltung? Wohl kaum. Durch seine sprachliche Aggressionsabfuhr und die neuen Wortschöpfungen eröffnen sich den Zuhörern vielleicht auch andere Perspektiven auf all die Bedeutsamkeiten, Härten und Entbehrlichkeiten des Lebens. Und diesen Effekt soll ihm erst mal einer nachmachen.
Hannoversche Allgemeine Zeitung

 

Dietmar Wischmeyer wurde irgendwann irgendwo geboren, er erinnert sich nur noch daran, daß es in Niedersachsen war und der Postbote einen Heinkel-Tourist 103-A2 als Dienstfahrzeug fuhr, der Gendarm eine BMW-Isetta 250. Die Grundschulzeit verbrachte er in einem Raum mit allen anderen Kindern aus dem Dorf plus Lehrer, Vorreiter der Inklusion. Die Nachbearbeitung des Grundwissens erfolgte im Gymnasium der Kleinstadt, der Kalte Krieg wurde 12 Monate lang in der Luftwaffe abgesessen und die Herzensbildung geschah danach im Philosophiestudium an der Universität Bielefeld. Aus dieser Zeit rührt die Vorliebe für Sichtbeton und verkannte Provinzstädte. Die berufliche Laufbahn begann im Radio und wird auch dort wohl enden. Zwischenzeitlich hat Dietmar Wischmeyer grob geschätzt vierzig Bücher und noch mehr CDs veröffentlicht, von den vielen Tourneen ganz zu schweigen. Einer Fernsehöffentlichkeit ist er seit ein paar Jahren als Beiträger in der ZDF-Heute Show bekannt geworden.