Projekte Archiv: 2015 – Hoyschrecke

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Ein wunderbares Lieder-Wochenende liegt hinter uns. Das ganz besondere daran war vor allem auch, dass das Liederfest erstmals nach 17 Jahren wieder an seinem ursprünglichen, nun sanierten, Gründungsort stattfand. Los ging es mit der offenen Bühne und 12 Beiträge. Publikumsliebling wurde Philip Hellmann aus Berlin. Den nicht vergeben Preis für die beste Moderation ging an diesem Abend wieder eindeutig an die Jungs von „Schnaps im Silbersee“. Nach mehreren Sessions im Cafe Auszeit endete der Freitag mit dem letzten Akkord erst am Samstagmorgen. Einem lebendigen und offenen Workshop erlebten die Teilnehmer mit den beiden Holländern Johan Meijer und Jos Koning. Beide gestalteten auch als „Duo Grenszland“ das Cafe-Konzert.
Dann am Abend der Wettbewerb, moderiert in bewährter und professioneller Weise von Petra Schwarz. Die Hoyschrecken flogen diesmal nach München zu Lucie Mackert (Publikumspreis) und an das Duo Stellmäcke (Pfaffroda / Haselbach).
Publikumspreis:
1.Platz: Lucie Mackert (München)
2. Platz: Philip Hellmann (Berlin)
3. Platz: Stellmäcke (Pfaffroda / Haselbach)

Jurypreis
1.Platz: Stellmäcke (Pfaffroda / Haselbach)
2. Platz: malcom z. (Berlin)
3. Platz: Nadine Maria Schmidt (Leipzig)

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Offene Bühne
Philip Hellmann (Berlin)

 

Herzlichen Glückwunsch und ein großer Dank an alle Teilnehmer, die vielen Helfer um Anja, der Kufa, Pille am Ton und natürlich den Sponsoren!
Unterstützt wird die Kulturfabrik als Veranstalter vom Verband PROFOLK e.V., Gundermanns Seilschaft e.V., der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und dem Hoyerswerdaer Tageblatt.
Wir freuen uns auf die Jubiläumsausgabe Ende November 2016.

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Lausitzer Rundschau, 30. November 2015
Eine Hoyschrecke fliegt nach Bayern

Volles Haus hat am Wochenende im Bürgerzentrum Braugasse 1 anlässlich der Vergabe des 19. Hoyschrecken-Paares für herausragende Leistungen im Fach „Liedermacherei“ geherrscht.
Olaf „Stellmäcke“ Stellmecke und Lucie Mackert haben es geschafft. Sie haben die Jury und das Publikum des 19. Liederfestes der Hoyerswerdaer Kulturfabrik von ihrem Können als Songwriter, Musiker und Entertainer überzeugen können. Jeweils 500 Euro Preisgeld und eine der begehrten Hoyschrecken des Hoyerswerdaer Metallgestalters Helge Niegel gingen nach Pfaffroda im Erzgebirge und nach Bayern.
78 Jury-Punkte brachten Stellmäcke in einen komfortablen Vorsprung zum zweitplatzierten Teilnehmer malcom.z. Nadine Maria Schmidt belegte mit 70 Punkten Platz drei der Juroren-Wertung. Lucie Mackert brachte mit 180 Punkten eine überzeugende Mehrzahl der Publikumsstimmen auf den 125 Abstimmungszetteln hinter sich. Mit 114 Punkten der Zuhörer setzte sich Philip Hellmann direkt hinter die Liedermacherin und Schauspielerin. Einen Abend zuvor war der Berliner mit derselben Punktzahl vom Publikum als Sieger von zwölf Teilnehmern der offenen Bühne in das Starterfeld des Hauptwettbewerbes entsandt worden. Auf Platz drei sahen die Zuhörer den Jury-Preisträger Stellmäcke. Unter dem Namen „Spontan zu viert“ gelang Jasmin Mietzsch, Kristin Kohl, Christian Völker und Martin Rattke als einzigen Teilnehmern aus Hoyerswerda bei der offenen Bühne am Freitag ein bemerkenswerter dritter Platz.
Wie in jedem Jahr verlangten auch die Songs der acht Bewerber des finalen Wettbewerbes 2015 dem Auditorium in vier Konzertstunden einiges an Emotionen ab. Konnten die Zuhörer zu Beginn über Mai Horlemanns Städtesong „Rindfleisch“ noch herzlich lachen und mit Stellmäckes erotischem Kinderlied „vom Küssen“ wissend schmunzeln, erinnerte Nadine Maria Schmidt in ihrem Song „Aluna – meine Mutter war ein Flüchtling“ nur einen Wimpernschlag später an die bitteren Schicksale entzerrter Familien. Textzeilen wie „Das nächste Boot geht zu dir, mein Kind“ und „Sie schrieben, der Himmel nehme alle auf“ entzauberten den Saal für einen Moment und holten die Wirklichkeit in das bunte Bilderbuch dieses Abends. Noch grundsätzlicher wurden die Zweifel mit dem letzten Teilnehmer malcom.z. Die Frau könne nicht einer Rippe des Mannes entsprungen sein, urteilt der streitbare Sänger in seinem Lied „Und Eva erschafft Adam“.
Auch wenn der selbst ernannte Dichtersänger malcom.z in zweifelhaftem Maße provoziert und polarisiert, kritisierte Moderatorin und Jurorin Petra Schwarz im Gespräch der sechsköpfigen Jury auch die andere Seite: „Einige haben über die Dinge, die heute bewegen, nicht ein Wort verloren“. An den Statements und der Person des malcom.z schieden sich schlussendlich die Geister von Jury und Publikum am deutlichsten. Die von den politischen Zwischentexten sichtlich irritierten Zuhörer gaben dem 61-jährigen Berliner die geringste Gunst, während die Juroren ihn mit ausdrücklichem Verweis auf die Brillanz seiner Lieder auf dem zweiten Platz sahen. „Insgesamt war das schon eine starke Truppe, sehr professionell“, fasste Moderatorin und Jurorin Petra Schwarz den Abend zusammen.
Im kommenden Jahr feiert die Kulturfabrik die 20. Hoyschrecke. Dann könnte der Wettbewerb noch spannender werden, deutete Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch an. Es werde darüber nachgedacht, die Preisträger der vergangenen Jahre einzuladen. Genaueres wolle man aber noch nicht verraten, sagte Cheforganisator Reinhard „Pfeffi“ Ständer. Ganz sicher aber ist, dass das Jubiläums-Liederfest am letzten Wochenende im November 2016 stattfinden wird.

Mandy Decker / mdr1