Kein Bock auf Block

Der Blockwart des Vereins sprach mich an, in hinter dem Rücken verschränkte Händegestik. Der Abend war jung und die Freude über das noch Zuerwartende groß.

Ich kenne ihn gut, er wohnte im Nebenblock, den Gelben den gibt es nun auch nicht mehr, ich meine den gelben elfstöckigen nicht den Wart.
Nun gut, ich lobte die Webseite des Veranstalters und somit auch den Wart dieser, so kamen wir ins Gespräch.
Wie gesagt der Abend war jung und das Zuerwartende hielt die Spannung. Wir wurden unterbrochen von Trunkenbolden die es nicht erwarten konnten.
Die Spannung war zu groß.
„Ja die Seite ist gut die Videos und alles“ und dann kam der Satz der mich nicht loslässt!
„Wir haben jetzt auch ein Block“, und das vom Wart!
Er erklärte mir das es nicht läuft mit dem Block und an was es nur liegen könnte, ja ob ich nicht könnte, als Welch Kauder doch mal den Anfang zu machen. Ich blockte ab, das Zuerwartende war mir wichtiger. Er lies nicht locker, er wöllte den Block schon löschen.
Schon löschen ? Löschpapier? Aus dem Löschblock?
Das Zuerwartende nahm seinen Lauf. Lyrik, Musik vorgetragen von einem Trunkenbold der intellektuellen Sorte. Schön schön Schön auf so was hab ich Bock, dafür bin ich 50 km mit meinem neuen Firmenauto gefahren.
Das Zuerwartende erfüllte voll meine Erwartungen. Der Platz war gut, tolle Sicht auf den singenden Haudegen, eine Hintertür wies mir den Weg zu einem versteckten Raucherplatz. Auch schön, wusste ich noch gar nicht.
So nahm der Abend seinen Lauf, mit Hits wie Herbstlied, so schön der Herbst dieses Jahr.
Allso zwei, drei Bier, 26 versteckte Zigaretten (für die anderen mit), gute Freunde begrüßen, schöne Frauen anlächeln. So soll es sein, nicht nur in der Pause rauchen oder durch den ganzen Saal laufen.

Nun gut, das Zuerwartende leider schon zu Ende, der Saal lehrt sich .
Na gut wie immer, rann an den längsten Tresen der Stadt. Brautschau, wo sind sie hin die zuvor angelächelten, wieder einmal nur Männer. Da issa wieder der Blockwart mit dem intellektuellen Haudegen.
Der Künstler darf alles und zündet sich im Saal am Tresen eine Lunte. Wo geraucht wird da bin ich, wenn der das darf. Die Blicke der einzigen Dame im Haus, hinterm Tresen spricht Bände. Den Nussbecher gelehrt und als Aschenbecher auf den Tressen, dem Künstler freuts.
Der Wart „und haste Bock auf Block“ ich denke, ist kein anderes Pferd im Stall, der neben dir der könnte gut schreiben und außerdem schreibt der soviel ,wie der das macht?
Nun gut, ich hab schlechtes Gewissen, meine Vereinsgebühren stehen seit drei Jahren aus.
Dann hab ich eben Bock auf Block

Welch Kauder

— potentepoesie.de
Rottluff