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Die Erinnerung
lebt
Von
Rainer Könen
Das Wochenende
war in der KuFa einem Menschen gewidmet: dem vor fast genau sieben
Jahren verstorbenen Liedermacher Gerhard Gundermann.
Klaus Polling
lebt in Hamburg. Was ja eigentlich ganz schön weit von Hoyerswerda
entfernt ist. Nicht nur im geographischen, sondern auch im kulturellen
Sinne. Dennoch hat der 61-jährige Klaus Polling ein Faible
für einen Menschen, der eng mit der Hoyerswerdaer Kulturszene
verbunden war, ja, um nicht zu sagen, sie sehr intensiv und vor
allem sehr nachhaltig geprägt hat: Gerhard Gundermann. Als
Klaus Polling vor fünf Jahren erstmals ein Stück von
dem vor sieben Jahren verstorbenen Liedermacher hörte, "war
ich von seinen Liedern, ganz besonders von seinen Texten sehr
ergriffen". So sehr, dass er zwei Jahre später dem
Verein "Gundermanns Seilschaft" beitrat.
Dem Jenenser
Thomas Bachmann war Gundi schon zu dessen Lebzeiten ein Begriff
gewesen, doch erst in diesem Jahr trat der 43-Jährige dem
Verein bei, der sich am Wochenende zur alljährlichen Mitgliederversammlung
in der Hoyerswerdaer KulturFabrik traf, wo man denn auch nicht
nur sehen, sondern auch hören konnte, "wie das Erbe
von Gundermann hochgehalten wird", so Bachmann.
Ein Großteil
der 103 Mitglieder war nach Hoyerswerda auch aus dem Grunde gekommen,
um einer Premiere beizuwohnen, die nicht nur an den Liedermacher
erinnern sollte, sondern "ihn ganz besonders den jungen
Menschen ins Bewusstsein rücken soll, jungen Menschen, die
von ihm möglicherweise noch nie was gehört haben",
wie das Bernd Nitzsche, einstiger Mitstreiter von Gundermann,
vor der Aufführung des Märchenmusicals "Malvina"
meinte.
Vorbereitung
hat sich gelohnt
Malvina. Dieses
Stück, das der Hoyerswerdaer Barde ins Leben gerufen hatte,
wurde am Sonnabend wieder belebt. Mit jungen Darstellern, die
von Regisseurin Elke Förster, von Bernd Nitzsche und Musikschulleiter
André Bischof in den zurückliegenden sechs Monaten
gecastet und auf diese Aufführung vorbereitet worden waren.
Kurz vor Beginn
der Aufführung war der Veranstaltungssaal in der KulturFabrik
dicht gefüllt. Dann erwartungsvolle Stille zu Beginn des
Märchens, als "Tränchen Traurig" die Bühne
betritt und sich über die böse Welt beklagt. Schon
da bekam man den Eindruck, dass die 15- bis 24-jährigen
Darsteller wussten, welche Hoffnungen, welche Erinnerungen die
Zuschauer mit diesem Stück verbinden, dieses Märchenmusical
der Brigade Feuerstein, in dem das Mädchen Malvina von Alfa
Zalfa verzaubert wird und Tränchen Traurig und Tom Dideldei
versuchen, sie aus den Fängen dieser Hexe zu erretten.
Ein mitfieberndes
Publikum
Das Kultstück,
es begeisterte nicht nur die zahlreichen Kinder, die es den Darstellern
im Verlaufe der folgenden 90 Minuten oftmals nicht leicht machten,
sich an den Text zu halten. Doch störten die mitgefühlten
Zurufe der Kleinen nicht, eher erheiterten sie das Publikum und
die jungen Schauspieler, die da oft Mühe hatten, ernst zu
bleiben. In diesen Momenten zeigte sich die Qualität der
jungen Schauspieler, die die Zurufe der Kleinen elegant mit ins
Stück einflechten konnten.
Nicht nur die
Kids waren begeistert, auch die Erwachsenen ließen sich
anstecken von der lebhaften Vorführung, der überzeugenden
Präsenz der Schüler und Studenten auf der Bühne.
Am Rande saß Regisseurin Elke Förster, soufflierend
und auch insgeheim hoffend, dass alles gut gehen möge. Bernd
Nitzsche, der die Jugendlichen musikalisch präpariert hatte,
schaute ebenfalls gebannt auf das, was sich da vor ihm abspielte.
Als Malvina gerettet
wird und ins Leben zurückfindet, das Stück aus ist,
brechen alle Dämme in der KulturFabrik. So sagt man das
wohl, wenn Begeisterung sich ungebrochen ihren Weg bahnt.
Nicht endenwollender
Beifall
Der Beifall nahm
kein Ende. Als alle Darsteller, mit Rosen beschenkt, sich noch
einmal vor dem Publikum verneigten, war es dann doch auch um
die Fassung von Regisseurin Elke Förster, von Bernd Nitzsche
und auch der Witwe des verstorbenen Liedermachers, Conny Gundermann,
geschehen. Tränen der Freude, der Rührung flossen.
"Ich habe den Eindruck, als ob Gundi noch immer unter uns
ist, ich hoffe, er hat es von oben gesehen, wie sehr wir an ihn
denken", gab sich Bernd Nitzsche ganz gerührt. Conny
Gundermann fand, dass "das Vermächtnis von Gundi in
den jungen Menschen weiterleben wird". Sie sei so froh,
dass die Wiederaufführung von Malvina so gelungen sei. Auch
die Mitglieder von Gundermanns Seilschaft, besonders die älteren
unter ihnen, waren beeindruckt.
Klaus Polling
aus Hamburg ebenfalls. "Ich habe noch nie ein solch intensiv
aufgeführtes Märchen gesehen", gestand er.
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