6.12.2017 | 19:00 Uhr

Nils Heinrich: Mach doch ’n Foto davon

Wenn Nils Heinrich erzählt, aus seinen Texten liest und Lieder auf seiner Gitarre spielt, treffen feiner Humor und liebevoller Unsinn aufeinander. Mit unnachahmlicher Gelassenheit berichtet er aus seinem Mikrokosmos, den er messerscharf beobachtet. Und es gelingt ihm meisterhaft, daraus wunderbar komische Geschichten zu entwickeln. Auf dem 3satfestival 2016 kann er wieder unter Beweis stellen, dass auch das kritischste Publikum seinem lausbubenhaften Charme erliegt, wenn er Pointe für Pointe ins Schwarze trifft.

Einerseits Sandwichkind, andererseits Hahn im Korb: Als Bruder zweier Schwestern lernte Nils Heinrich schon früh, das Leben mit Humor zu nehmen. Noch dazu in Halle – zu DDR-Zeiten! Da kam dem jungen Nils eine Ausbildung zum Konditor gerade recht, um sich sein täglich Brot, äh, Kuchen zu verdienen. Den Zusammenbruch der DDR überwand er ohne größere Schäden und verdingte sich schon bald in Ost und West als Hochzeits-DJ. Von da war es nicht weit zum Durchbruch als preisgekrönter Kabarettist: nach der intensiven Erforschung der Medienbranche als Praktikant, Autor, Reporter und Redakteur landete Heinrich schließlich als Vorleser und Liedersänger auf der Bühne. Seither geht’s nur noch steil bergauf: 2003 gründete er seine eigene Lesebühne in Berlin, 2005 machte er den zweiten Platz beim Hamburger Comedy Pokal – und das, obwohl er gar keine Comedy macht!

Mit seinem flapsig intelligenten Humor erobert Heinrich Deutschlands Bühnen und das Publikum. Er ist der nette Junge von nebenan, der immer freundlich grüßt, während er sich heimlich den nächsten Streich ausdenkt. Dazu singt und spielt Heinrich mit schöner Beiläufigkeit seine klugen Lieder zu zarten Gitarrenklängen. Ein charmanter Rebell, dem der Schalk im Nacken sitzt und dessen Worte spielerisch-überspitzt ins Schwarze treffen.

Bekannt geworden ist er ja unter anderem mit dem Selbsterkenntnis-Projekt „Wir hatten ja nichts außer Umlaute“. Und neuerdings tröstet er „Sei froh das du nicht Joghurt heißt“. „Auf jedenfall verkündet er seit Jahren konsequent:… weiß Bescheid“. So einer tritt natürlich zwischendurch, also wenn er mal keine Bücher schreibt, in allen möglichen Kabarett-Sendungen bis hin zur „Anstalt“ auf und besucht die Kleinkunstbühnen dieses Landes.
So nun auch und endlich wieder Hoyerswerda.

Seien sie dabei!

6.12., 19 Uhr
Ballsaal Kufa
Eintritt: VVK 13,20 / AK 15,- / Schüler 5,-