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Dienstag, 9. Juni 2009 - (Sächsische Zeitung)

Hoywoy verstummt
von Uwe Jordan

Nur eins war seltsam hier:
Gleich hinter dem Ortseingangsschild
war es plötzlich ganze vier Grad wärmer
und der Wind so mild/
ich riss mein Helmvisier hier immer weit auf
weil ich nicht mehr so fror ...//
das war Hoywoy
das ist Hoywoy
aber nur für uns ..." -

Gerhard Gundermann schrieb und sang einst diese Zeilen.
Sie verstummten nicht, als Gundi 1998 verstummte, denn ein Freund trug sie weiter; trug Gundermann weiter mit seiner Stimme, mit seiner Gitarre, mit seinem Leben; und es blieb so für uns und alle, die es nur wollten, ganze vier Grad wärmer gleich hinter dem Ortseingangsschild von Hoywoy.

Gestern morgen um zehn wurde es urplötzlich kalt in Hoywoy, kalt und eisig still, als ob die Welt ungläubig staunend den Atem anhielte:
Wie kann sein, was nicht sein kann?

Gestern verlor Bernd Nitzsche den Kampf gegen die heimtückische Krankheit.
Gestern verlor Hoywoy ein Stück seiner selbst.
Unwiederbringlich, unersetzbar.
Wir trauern.
Jedes Wort mehr eines zu viel.

Bernd Nitzsche und das Gundermann-Projekt

Bernd Nitzsche, Jahrgang 1952 und Urgestein der Kulturszene Hoyerswerdas, hat sich nach dem plötzlichen Tod von Gerhard "Gundi" Gundermann auf eine besonders innige Weise der Lieder des Rockpoeten und Liedermachers angenommen.

Bernd Nitzsche pflegt mit seinen "Gundermann-Projekten" das Erbe und verbreitet, mit einer mutigen Portion Eigenständigkeit, authentisch und ehrlich die Mission eines der wohl wichtigsten Liedermacher aus dem Osten Deutschlands.

Als Gründungsmitglied der Brigade Feuerstein und langjähriger Freund und Mitstreiter von Gundermann hat Bernd einen Zugang zu Gundi´s Liedern gefunden, die den Zuhörer auf eine Reise in seine Gedankenwelt mitnehmen. Gundi´s Lieder sollen leben, indem sie gesungen werden.

www.berndnitzsche.de