Veröffentlicht am 8. Januar 2012

Ostblockblues im Block 31

Gas, Wasser, Energie, Schwarze Pumpe liefert sie und ich mitten drin in den Achtzigern.

Jeden Tag in aller Herrgottsfrühe strömten die Menschen aus den Wohnblöcken, ich aus dem blauen und der Wart aus dem gelben. Der Wart ab in den Tagebau – Großgeräte steuern und ich ab zum Kraftwerksblock 31 – die vom Wart geförderte Kohle verbrennen.

Maschinist für Wärmekraftanlagen,  so die Bezeichnung meines erlernten Berufes im Berufslehrzentrum  „ Ernst Thälmann“. Teddy lebt, er  saß immer mit auf meiner Schulbank.

Mit mir im Leitstand des Blocks 31 saß auch die große Langeweile im Besonderen in der nie enden wollenden Nachtschicht.

Am Montagmorgen freute ich mich schon auf Freitagnacht. Das hatte einen bestimmten Grund. Zwischen Freitag und Montag liegt bekanntermaßen das in dieser Zeit so heiß ersehnte Wochenende.

Die Aussicht auf drei freie Abende ließ mich die Eintönigkeit des Arbeitsalltags im Kraftwerk ertragen. Und die Aussicht war eine schöne und über Wochen vorausgeplant, in meinem Alternativkalender standen die Termine. Freitag Keimzeit in Eulo, Sonnabend Monokel in Altdöbern und Sonntag  Bad Liebenwerda mit Freygang.

Oh ja, bey- bey Schichtbus, Leitstand und Kohlenabscheider, hier tobte das Leben in heruntergekommenen Dorfsälen.

Also ab in den Zug, da saßen sie schon, die grün bemantelten, langhaarigen hirschbeutel tragenden  Kunden. Eins verband uns alle, es war  der Blues der Buggi und der Rock´n Roll. Das Anderssein, das Ausscheren, das Provokative gesellte sich erfreulicher Weise dazu. Und so wurde jedes Wochenende entzückt, verrückt dem Alltag entrückt.

Und nun freu´ ich mich wie damals auf das nächste WE in der Kufa, da spielt ein Held der Ostblockbluesszene zum Tanze auf, und ich weiß, dort werde ich so manch einen Kunden von damals treffen und ohne viel Worte werden wir uns zuprosten mit dem Wissen, wir waren dabei beim Blues, beim Buggi und dem Rock´n Roll in der bleiernen Zeit. Und es war noch so schön.

Welch Kauder

 

Veröffentlicht am 29. Dezember 2011

Blockausverkauf

„Das gibt es nur im Block.“, so sprach die Verkäuferin  zu mir und gab mir mit dieser Aussage die nächste Überschrift. Im Block und nicht einzeln müsste ich die CD-Rohlinge erwerben und sparte mit diesem Kauf ungemein ein.
Ja, das liebe ich, diesen Schnäppchenterror, der unseren Alltag bestimmt.
Kauf´s im Kilo, kauf´s im Block, Resterampe, Centpfeifer, Geiz ist geil,  ich, du, er, wir sieben, wir sind dabei. Haben Sie eine Brotkarte, auch eine Kaffeekarte ist zu haben, kaufen Sie fünf davon, Sie kommen billiger, den Rest schmeißen sie weg.
Den Briefkasten auf: oh, die Butter nur neunundneunzig Cent, das ist eine Meldung wert.
Und auf www.Welt da ist die Hölle los. Du hast Mehl, gibt es einen Tag ohne Schnäppchenangebot in deinem Mailkasten.
Tante Emma haben  sie mit Billigangeboten fertig gemacht. Sie ist abgehauen, hatte die Schnauze gestrichen voll. Ich kann`s verstehen.
Auch verstehen kann ich die alten Leute, deren Geist aufgegeben hat, der täglichen Reizüberflutung etwas entgegenzusetzen.
Der Fachmann nennt es Alzeimer. Mag sein. Ich glaube, es ist eine berechtigte Verweigerung der Seele. Mensch kann nicht mehr, es ist zu viel unnütze Information über Sachen, die die menschliche Seele nicht braucht.
Um diesem uns umgebenden Wahnsinn für Augenblicke zu entkommen und unserer Seele etwas aufbauende Nahrung zukommen zu lassen ist Kunst und Kultur genau richtig.
Entschleunigt, wild, traurig, gar lustig, zerstörend, mitreißend, aufbauend, liebenswert – alles Adjektive mit dem die Kufa für das nächste Jahr mit ihrem Kulturprogramm werben kann.
In diesem Sinne wird sich ein jeder und vor allem ein Stammgast wohlfühlen, der nicht mit dem Anspruch zu Schnäppchenpreisen Nahrung für die Seele zu bekommen, einen Kufabesuch wagt.
Ein entschleunigtes neues Jahr,
Welch Kauder


Veröffentlicht am 18. Dezember 2011

Blockhasche im Polenblock

Nun, wir spielten sie im blauen wie im gelben Block, der Wart war da nie dabei. Er musste schon in frühen Jahren Clubs gründen und führen. Am gelben stand lange in großer Schrift Club 17 oder 77  an der Wand, ich weiß es nicht mehr genau, aber ich bin mir sicher, der Wart hatte seine Finger im Spiel.

Bei dem Fangspiel rannten wir durch den Block hoch und runter, im sechsten Stock waren die drei Aufgänge des lang gezogenen Hauses verbunden. Der Reiz bestand darin, den aufgebrachten Mietern, die sich in ihrer Feierabendruhe- verständlicher Weise- gestört fühlten, zu entkommen.

Im so genannten Polenblock, der heutigen Stadtmauer, machte es umso mehr Spaß, er war bzw. er ist elend lang und das Gezeter unserer polnischen Gastarbeiter hatte einen speziellen Reiz.

In seiner Gedenkruhe gestört fühlte sich ein prominenter Vertreter der Jüdischen Gemeinde von Berlin, von einem Kurzfilm des international bekannten polnischen Künstlers Artur Zmijewski (45) aus der  durchaus empfehlenswerten Ausstellung “Tür an Tür: Polen – Deutschland”  im  Berliner Martin-Gropius-Bau.

Berek, auf Deutsch: “Hasch mich”, zeigt nackte Frauen und Männer in einem kahlen Raum, wie sie Fangen spielen. Zmijewski, drehte die Szene in einem ehemaligen Konzentrationslager – der Film ist bereits 12 Jahre alt. In Warschau gehört diese Arbeit in den Fundus des Museums für zeitgenössische Kunst, war dort zu sehen wie auch schon in Deutschland.

Auf Grund der Proteste wurde das Kunstwerk aus der Ausstellung entfernt.

Naja, das ist so eine Sache mit der Zensur von Kunst.

Ich frage mich, wer würde sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn ich aus Erinnerungsgründen,  in dem Polenblock ,  in dem nicht nur polnische Gastarbeiter wohnten, eine ähnliche Kunstaktion filmen würde. In dieser durchaus für mich reizbaren Performance wöllte ich nicht an meine kindlichen Haschespiele erinnern. Nein, ich hätte die nicht so schönen Erlebnisse 1991 im Sinn.

Bei dem hoffentlich stattfindenden dt./pl. Projekt in der Kufa  könnte der Polenblock ja auch eine Rolle spielen und dann schön drauf achten, dass sich keiner ästhetisch und kulturell in seinen Empfindungen missverstanden fühlt.

Welch Kauder

Veröffentlicht am 11. Dezember 2011

Schreibblockade

??????????    schade !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Veröffentlicht am 4. Dezember 2011

Ü 40 Betablockerabend

Mutti hat zum  sonntäglichen verfrühten Weihnachtsschmaus geladen, also schon am Sonnabend nach Hoy Woy. Was ist los in der Kufa? Comediekasperei, nun gut –  is nicht so mein Ding und  außerdem schon mal gesehen, trotzdem hin… Brautschau, schauen wir mal, was geschieht.

Frauen sind genug da, aber gleich wird der Saal so dunkel, dass von der Weiblichkeit nur noch Konturen zu erahnen sind.

Von der Saalaufsichtsperson (Vertretung für den Wart) werde ich freundlich aber bestimmt vom Tresen verwiesen, ich möge mir einen Sitzplatz suchen. Ich mag aber nicht und suche mir ein Stehplatz im Eingangsbereich des doch gut gefüllten Veranstaltungsortes. Naja, der Abend geht ja schon gut los, die Stimmung sinkt, aber wenigstens ist der Eingangsbereich gleichzeitiger Ausgangsbereich, dieser wird von mir während der gar lustigen Veranstaltung in dieser Funktion zum mehrmaligen Inhalieren meiner Klimmstängel genutzt.

Die glühenden Totbringer wirken heute wie Betablocker. Die zwei lustigen Zwei können die stimmungstötende Wirkung nicht verhindern.

So kreisen meine Gedanken  um die Frage, wo ein miesgelauntes einsames Herz heute noch eine aufhellende Bespaßung findet.

Mein Freund und heutiger Herbergsvater gibt einen Tipp ab –  Ü30 Party im Lessinghaus. Naja,  noch ein Bier in der spaßlosen Pause geordert und in einem Zug geleert und dann los auf die hoffentlich freudbringende Vergnügungsmeile.

Die Meile ist sehr kurz und endet erst einmal im Amüsiertempel Mochito. Meine Stimmung sinkt weiter, als mich die Kellnerin auf meine Frage nach leckeren mexikanischen Nachos auf deutsche Salzstangen verweist. Das Klassentreffen am Nachbartisch ist der fortgeschrittenen Zeit entsprechend laut, und ich will nur noch nach Hause. Mein Herbergsvater und seine Freunde können mit meiner schlechten Laune nicht mithalten und fordern den Fortgang des nicht mehr zu rettenden Abend im Lessinghaus.

Na dann mit gedackelt zur momentan beliebtesten Veranstaltungsreihe, Ü30 Party.

Was ich dort mit meiner angetrunkenen schlechten Stimmung erlebe, will ich hier nicht ausbreiten und Lessing will es auch nicht wissen, denn er will  in seinem Grab die verdiente Ruhe.

So geht es mit dem Taxi zu fortgeschrittener Stunde ins WK 5e zu meiner Herberge.

Dort schaue ich in die anbrechende Dämmerung aus dem Fenster und sehe meinen blauen Kindheitsblock, den sehe ich nur, weil es den gelben des Wartes nicht mehr gibt.

Ich lasse den missratenen Abend im Kopf noch einmal in der Kufa bei den zwei Spaßvögeln anfangen und lache zum Schluss doch noch einmal laut auf.

Der Grund ist dieser hängen gebliebene Witz.

Ein Falschparker auf einem Behinderten-Parkplatz wird in forschem Ton von einer Politesse mit der bestimmenden Frage „was er wohl für eine Behinderung hätte“ genervt. Laut und bestimmt antwortet der Ertappte klug: „Tourette…, du Schlampe!“

Ich weiß nicht, ob gegen diese Krankheit Betablocker helfen und will es nach diesem Abend auch gar nicht wissen.

Welch Kauder

Veröffentlicht am 26. November 2011

Blockschokolade ohne L

Es ist, es war ein schöner Herbst. Dass Mensch im November ersten Advent feiert ist ja auch nicht die Regel. Gibt es eigentlich eine Weihnachtsfeier in der Kufa?, oder bewichteln  die fleißigen Mitarbeiter sich gegenseitig? Ob sich der Wart und der Filmheld  gegenseitig kleine Aufmerksamkeiten zukommen lassen?

In der Schule, in der ich und der Wart beschult worden, es war die Blaue, die war gleich neben der gelben, logisch, wurde gewichtelt.

Ich nahm mich der Organisation der Wichtelei in unserer Klasse an. Dies hatte einen ganz eigensinnigen Grund. Ich hatte mich in ein bildhübsches Mädchen verguckt. Da habe ich einfach ein Los der dreißig Lose auf denen  die Namen der Mitschüler standen manipuliert. Ich wollte unbedingt diese Grazie als meine Wichtelkameradin, so konnte ich ihr, versteckt, jeden Tag ein kleines Geschenk machen und somit glücklich -zumindest für einen Augenblick- sein.

Meine Vorfreude bestand darin, mit Spannung  die Weihnachtsfeier, in der sich jeder Wichtler outen musste, herbei zu sehnen.

Nun ich war im wahrsten Sinne des Wortes ein ausgebuffter Wicht.
Es war ja nicht so einfach, in der bleiernen Zeit jeden Tag etwas kleines als Aufmerksamkeit zu finden. Ja es gab schon einige Süßigkeiten, wenn es sie gab, Gummischlangen, Fetzer  oder Hallorenkugeln waren süß und lecker.

Ich wollte mehr als süß und lecker, nein auch noch geistreich sollte es sein.

Hier kommt die berühmte Blockschokolade  ins Spiel. Mir kam in den Sinn, die Schokolade in kleine Teile zu zerschneiden und jeden Tag ein Stück der Leckerei liebevoll verpackt auf ihren Platz zu legen.

Das Zerteilen passierte nicht ohne Sinn und Verstand. Der Grund war nicht die erwähnte Mangelwirtschaft gar nicht mit Nichten.

Nein, als erstes freute ich mich über das L im Schriftzug der schmackhaften Kuvertüre. Ich konnte es nämlich genüsslich in meinen Kindermund schieben. Ich brauchte es nicht für meine durchdachte Anmache.

Mein Plan war eine süße Puzzelei. Die Angebetete hieß nämlich Block ohne L, und das kam mir im schlemmerischen und kreativen Sinne anmachtechnsich zu Gute.

Na ja, trotz der lukullischen Verspeisung ihres Familiennamens, in kleinen Stücken lies sie mich womöglich im Novemberregen (1. Advent im November) stehen und so wurde  nichts aus dem Wunsch gemeinsam Weinachten zu feiern.

So ist das, süß und kreativ reicht eben nicht immer aus. Um musikalische und lyrische  Kreativität geht es ja beim 11. Liederfest bei den Hoyschrecken auch.

Es wird das erste sein, was an einem 1. Advent im November und was für ein  November zu Ende geht.

Na dann, einen schönen süßen, kreativen Advent.

Welch Kauder

 

Veröffentlicht am 20. November 2011

Blockbuster/wie ich zum Cineasten wurde

Nun, ich dachte, wenn ich schon drei Monate, die Möglichkeit habe, mein Blogschreiberei in Kultur zu vergolden ,dann musst du die 50 km auf dich nehmen und umsonst ins Kino gehen. Und das in der Kufa. 50 km Hinfahrt, ließen mir Zeit über den Werdegang des durchaus erfolgreichen Kulturangebots Film des Vereins zu sinnieren.

Ich behaupte, der Wart aus dem gelben Block, hat mich zum Cineasten gemacht, und das vor 25 Jahren, ja so lange ist das her, dass ich im Laden Filme wie „Der andalusische Hund und oder Stalker“ sah. Ich war sehr jung und verstand nur die Hälfte, doch der Wart in seiner Funktion fand immer vor oder auch nach dem Film offiziell klärende Worte.

Na ja, ich und der Wart sind auch älter geworden, ich versteh´ jetzt mehr und der Wart musste sich mit neuen Aufgabenfeldern wie die Blocküberwachung beschäftigen.

Er fand einen würdigen Nachfolger und großen Cineasten, der heldenhaft das kleine Kino im Laden zu einem sich mit anderen durchaus messen könnenden Programmkino führte.
Dem Held des Blow-Up-Prokramm-Kinos der Kulturfabrik reicht es nicht, schnöde normale Filme abzuspielen. Nein, es darf auch mal ein Medienexploratorium (was das auch immer ist) sein oder es werden Regisseure und Schauspieler eingeladen. Die müssen dann Rede und Antwort stehen. (muss es der Wart nicht tun) Also rundum eine runde Sache, die jedem Cineasten wie mir, das Filmherz höher schlagen lässt. Und wenn ich dann 67 Jahre bin, geh´ ich in die Braugasse ins Seniorenkino.

Mit so schönen Vorstellungen und Vorfreude auf den Film verging die Fahrt wie im Flug.

Angekommen, begrüßte mich der erwähnte Held, mit den Worten „da seid ihr ja schon Zwei“. Ich sah mich sofort in den Laden zurück versetzt, wo ich mit zwei drei Gleichgesinnten komplizierte Filme schaute. Aus Angst davor, wieder nur die Hälfte zu verstehen, fragte ich, ob der Wart da sei. Nein, war die Antwort, aber seine Lebensabschnittsgefährtin sei noch im Büro und arbeite. Um die Zeit? So erfuhr ich, ganz nebenbei, dass in der Kufa im Zweischichtsystem gearbeitet wird.
Es waren dann doch sechs Leute, die sich den gar nicht so schwerköstlichen Film anschauten.

Bei der Heimfahrt dachte ich, wenn es nicht so weit wäre, würde ich ein wahrer Stammgast des Blow-Up- Kinos werden und würde dem Filmheld heldenhaft unter die Arme greifen.

Im blogschreibenden Zusammenhang fiel mir eine schon aufgeschriebene Geschichte ein. Ich dachte, da brauchste nicht lange überlegen, was du in den Blog hineinstellst, ist ja schon erdacht und von einem fleißigen Kinobesucher niedergeschrieben.

Selig, mit einem Schmunzeln im Gesicht, schlief ich ein.
Grund dafür war die nun folgende Geschichte, erlebt und aufgeschrieben von Rosi.

Schon immer habe ich etwas neidisch auf die Filmvorführer geschaut und ihre Fähigkeiten bewundert Filme einzulegen, zusammen zu kleben und hin-und her zu spulen. Soweit hoch motiviert,habe ich mir in mühevoller Kleinarbeit das Vorführen der Zelluloidstreifen angeeignet. Endlich war für mich Premiere, und was für eine.
Zum Jubiläum “20 Jahre Filmarbeit”hat sich Uwe P. die ungekürzte Fassung des Kriegsepos “Apocalypse Now” gewünscht und ich durfte diesen Streifen vorführen. Ein ewig langer Film. Ich glaube es waren 8 Akte oder ca. 3 Stunden. Stolz meldete ich den Abschluss aller Vorbereitung.
Das Licht ging aus, der Film begann, bis zum 4 Akt. Dann plötzlich wirkte die Handlung irgendwie surrealistisch. Nun ich kannte den Streifen nicht und es war ja schließlich” der “Directors Cut”. Also erst mal keine Aufregung. Der 6 Akt offenbarte allerdings das Chaos. Bereits Verblichene erlebten ihre Auferstehung und kämpften sich munter zu bereits erlebten Niederlagen vor.
Langsam dämmerte es mir. Ich hatte zwei Akte vertauscht!
In der Dämmerung spürte ich merkwürdige Blicke von Uwe P.
In meiner Aufregung wollte ich den Film anhalten, um die Akte wieder zurück zutauschen. Nach kurzem Überlegen dämmerte es mir zum zweiten Mal. Der Aufwand hierfür würde ca. eine Stunde in Anspruch nehmen. Bis dahinwäre jeder Krieg verloren.
Allso was soll´s, der Film lief weiter. Die richtige Reinfolge mussten wir uns selbst zurechtrücken. womit bewiesen ist, dass in der Kufa selbst Kino manchmal die Kreativität in den Köpfen des Publikums fordert.

 

Welch Kauder

 

 

 

Veröffentlicht am 13. November 2011

Blockhaus und Electra

Auf dem Weg nach Hoy Woy  kommt man ,wenn Mann es will durch Schleife und ich wollte es dieses Wochenende.

In Schleife stehen noch vereinzelt die alten Schrotblockhaüser, die mich schon immer fasziniert haben und nicht nur deswegen, weil sie rein gar nichts mit dem Block zu tun haben, in dem ich und auch der Wart groß geworden sind. Ich in dem blauen und der Wart wie schon erwähnt im gelben. Nein, sie sind einfach schön einfach gebaut, und strahlen ein Wissen alter Handwerkskunst aus. Das Blogschreiben, wenn man überhaupt von Schreiben sprechen kann, hat mit alter Handwerkskunst auch nichts gemein, nun wenn Mann von hineinhämmern in den Blog, mein ich, spricht , dann wiederum doch.

Eine andere Handwerkskunst, wie das Blockhaus bauen, wurde im sorbischen Kulturhaus zu Schleife geboten. Jetzt könnte man vermuten das sich die Freunde der sorbischen Oper getroffen haben, mit Nichten, auch die sorbische Volksmusik spielte keine Rolle.

Die erfahrenen Musikhandwerker der Combo Electra spielten auf.

Ja, dachte ich, da gehste hin, muss ja nicht immer die Kufa sein. Tritt ein in den Dom, der grüne Esel, mein Herz soll ein Wasser sein, alles Hits der gestandenen Musiker, und jetzt erinnerte ich mich an sie.

Schleife und Rock ?!, hoffentlich kein Sitzkonzert. Nein, es war eine Mischung aus Kombinatsfeier und Weihnachtsfest. An langen Tischtafeln konnten Konzertbesucher in den von der LAUBAG spendierten Saal Platz nehmen.

Nichts für mich, ran an den Tresen, Bier bestellt und stehen geblieben. Mann hörte und spürte, es sind geschulte Handwerker mit Emotionen, was Mensch von dem ausschließlich einheimischen und über 40 jährigen Publikum nicht behaupten kann. Ich meine das mit den Emotionen. Zum Schluss, beim größten Hit „Nie zuvor“ lösten sich  doch ein zwei noch jung Gebliebene von ihren Stühlen.

Mit der Erkenntnis Schrotblockhaus und Elektra passen nicht zusammen, sehnte ich mich in die Kufa zu einem Freygangkonzert, bei dem man nicht den Verantwortlichen für die Bestuhlung als verrückt erklärt. Nein, wo der Freigang im warsten Sinne des Wortes besteht.

Welch Kauder

Veröffentlicht am 7. November 2011

7.11.11

potentepoesie.de

und außerdem vergessen. de

die letzte Chance
verpasst
Domänen überall
nichts gesichert
dominant vorbeigerannt
web com
grüne Wiese .de
liebe Liebste komm
Domina verpasst
und außerdem
vergessen zu sichern

Veröffentlicht am 6. November 2011

Eisblog

Nun hat mich der Wart verdonnert, die Sachen selbst hinein zu stellen. In diesem Zusammenhang schickte er mir den Zugang. Ein Zugang zum Hineinstellen.
Ich gehöre nicht der Gesichtsbroschürengeneration an. Ein Zugang zum Hineinstellen?! Früher war CD auch mal eine Seife, die legte ich in meine Seifendose rein, ganz ohne Zugang.
Natürlich war ich mit meiner  CD-Seife privilegiert- sie kam aus dem NSW, also nicht von hier. Oft frage ich mich, ob bestimmte Sachen noch von dieser Welt sind.

Ein Zugang zum Hineinstellen kommt nah an diese Fragestellung ran.

Gibt es eigentlich ein Wochenende, an dem in der Kufa nichts, aber auch gar nichts, los ist? War es dieses WE so, und wenn ja, was macht ein Stammgast an diesen veranstaltungsfreien  Tagen. Schaut er sich im Internet das Programm für die nächsten Tage aus. Also, ich stelle was rein und er nimmt sich was raus?  Wenn er zufällig auf den Block stößt, fällt er dann um.?

Na gut, dieses WE war ja eher ein Frühlingswochenende, so schön am Feuer sitzend, gute Gespräche und eine Gitarre darf auch nicht fehlen. Ab und zu ein Holzblock ins Feuer stellen, um es schön warm zu haben.

Bloggen ist in. Wer bloggt existiert. Wer nicht bloggt ist nicht “Up To Date“. Ja schön! Da bin ich ja voll in. Nur kommt mir dieser Blog wie ein Eisblock vor, so ähnlich wie der Stammgast an so einem veranstaltungsfreien  Sonnabend sich fühlen muss.

Ganz allein auf  www.Welt, und ein Eisblog, in den  kann Mann was reinstellen, aber wärmen kann er nicht.

Welch Kauder