Neuigkeiten: 2015 – Wahrnehmungswerkstatt Bürgerzentrum

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Nach Jahren des Planens und Bauens sowie der „Zwischenbelegung“ am Stadtrand bezieht die Kulturfabrik Hoyerswerda bald ihre neue Wirkungsstätte im Bürgerzentrum mitten in der Stadt Hoyerswerda.
„Trotz aller Erfahrungen, die der Verein mitbringt, handelt es sich dabei doch um einen Neuanfang. Der Verein muss sich mit seinen Inhalten und Themen mit dem neuen Haus und seinem sozialen Umfeld vollkommen neu arrangieren.“ (Zitat Projekt: Startschuss – Neue Heimat Bürgerzentrum)

Aus diesem Grund laden wir zum Sonntag den 30.8.2015 ein, vor der Eröffnung exklusiv mit den Vereinsmitgliedern und Mitarbeitern sowie wichtigen Partnern und Unterstützern in einer Wahrnehmungswerkstatt® die neuen Räume kennenzulernen – ein kommunikativer Einstieg durch die aktive Wahrnehmung des neuen Ortes.

Die Wahrnehmungswerkstätten® wurden von uns extra als eine Form entwickelt, um den jeweiligen Charakter von öffentlichen Räumen und Orten gemeinschaftlich zu erkunden. Dies ermöglicht den Beteiligten, das Wesen und die Qualitäten des Ortes sehr schnell zu erfassen sowie den Organismus des neuen Gebäudes mit seinen vielen neuen Aspekten im Inneren und auch im Bezug zur Umgebung zu entdecken und zu verstehen.

Wahrnehmungswerkstätten® sind ein geeigneter Ausgangspunkt für die Entwicklung von Räumen. So dienten sie oft als Auftakt für die Wiederbelebung von historischen Gebäuden wie dem der Ilse-Bergbau-AG mit dem Projekt „Von der Ruine zum belebten Ort“ in Großräschen oder für die Gestaltung von Landschaftsräumen durch „Mit Wahrnehmngswerkstätten® zum Rundweg DeutschBaselitz“. Wer Anregungen zu anderen Beispielen oder dem Ablauf der Wahrnehmungswerkstatt wünscht findet unter dem Link www.transform-info.de weitere Informationen.

Karsten Feucht und Rainer Düvell

Achtung: Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl findet die Wahrnehmungswerkstatt auf Einladung statt, bei Interesse an einer Teilnahme bittet die Kufa um eine unverbindliche Anfrage per Mail: info@kufa-hoyerswerda.de
Hoyerswerdaer Tageblatt, Dienstag, 01.09.2015
Erste Entdeckungen in Hoyerswerdas neuem Bürgerzentrum
Die KulturFabrik hatte für den Sonntag zu intensiven Erkundungen ins Gebäude an der Schloßstraße eingeladen.
Von Mirko Kolodziej

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Die „Wahrnehmungswerkstatt“ war gewissermaßen die erste Veranstaltung im Bürgerzentrum – vor dem Eröffnungswochenende ab Sonnabend, 11 Uhr.
Foto: Mirko Kolodziej
Hoyerswerda. Dreißig sehr freundliche Begriffe von A wie „außergewöhnlich“ bis hin zu Z wie „zeitgemäß“ standen am späten Sonntag-Nachmittag auf einer Tafel, die in der weitläufigen Treppenhalle des neuen Bürgerzentrums im alten Ballhaus am Markt aufgebaut war. Die Architektur-Fachleute Rainer Düvell und Karsten Feucht vom Büro „Transform“ aus Berlin und Großräschen hatten die Teilnehmer einer „Wahrnehmungswerkstatt“ zu deren Abschluss gebeten, das Haus in je einem Wort zu beschreiben. Zuvor war es darum gegangen, welche Möglichkeiten es gibt, das Bürgerzentrum mit Leben zu erfüllen. Eine Stunde lang wurde das Gebäude ausgiebigst Raum für Raum erkundet. Der kulturelle Neustart an der Schloßstraße inspiriert jeden auf andere Art. Bei der KulturFabrik etwa war vieles in der ZwischenBelegung zur Routine geworden. Nun sagt KuFa-Mitglied Simone Kruscha: „Ich habe wieder mehr Kraft und freue mich total.“ Die Wahrnehmung von KuFa-Mitarbeiterin Sabine Proksch: „Fotoladen, Post, Bäcker – alles zu Fuß zu erreichen. Wir sind mitten in der Stadt. Aber wenn man aus dem Fenster sieht, ist es trotzdem grün.“ Und KuFa-Mitglied Conny Seifert hofft, dass die Lage in der Stadtmitte tatsächlich dazu führt, dass mehr Leute kommen als in die ZwischenBelegung: „Es ist ja nun nicht mehr dieser dunkle Weg wie dort hinter.“
Natürlich gibt es auch Befürchtungen. Da ist der berühmte Nagel in der Wand. An der Alten Berliner Straße waren Eingriffe in die Bausubstanz kein Problem. Sie war ohnehin marode. Das Bürgerzentrum ist dagegen eine Art Fünf-Sterne-Gebäude, in dem niemand mal schnell eine Wand anders streicht oder eben einen Nagel verhämmert. Und dann gibt es auch noch etwas, was als „Angst vor der eigenen Courage“ apostrophiert wurde. „Es wird ganz viel erwartet“, beschrieb KuFa-Mitarbeiterin Anna Völkl. Nun steigt die Anspannung, die Erwartungen auch zu meistern.
Bürgerzentrums-Architektin und KuFa-Mitglied Dorit Baumeister freute sich über die Erkenntnis der anderen, wie vielfältig jeder einzelne Raum nutzbar ist. So war das gedacht. Und weil man am Markt eben doch mal eher als Passant vorbeimuss als an der Alten Berliner Straße, hoffen die bisher schon Beteiligten wirklich auf mehr Leute, die mittun. Marita Gatzlaff, die voriges Jahr über den Bürgerchor zur KuFa stieß, kann das nur empfehlen: „Ich habe mir dann vorgenommen, öfter mitzuwirken.“ Ihr gleichtun wollen es wohl Sylvia und Bernd Hübner. Vor 25 Jahren verließen sie Hoyerswerda in Richtung Westen. Seit 2010 sind sie zurück in Weißkollm. Sie waren etwas enttäuscht über kaputte Straßen und Ähnliches. „Deshalb finden wir es besonders toll, dass so etwas hier entstanden ist“, sagt Bernd Hübner. „Das hier könnte ein Anfang für uns sein“, meinte seine Frau zur Wahrnehmungswerkstatt.

Das Projekt wird gefördert:
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