Do., 20.02. um 16 Uhr I Di., 25.02. um 17 Uhr I Do., 27.02. um 19 Uhr I So., 01.03. um 20 Uhr I Di., 03.03. um 20 Uhr

BlowUp Programmkino: Die Kunst der Nächstenliebe

Die Kunst der Nächstenliebe

Isabelle ist eine sehr engagierte Frau. Sie hilft bei gemeinnützigen Einrichtungen, eilt von einem Bedürftigen zum nächsten, von der Kleiderspende zur Suppenküche. Isabelle ist einfach süchtig nach Wohltätigkeit, ein wandelndes Helfersyndrom. Mit viel Leidenschaft unterrichtet sie Lesen und Schreiben in einem Sozialzentrum. Ihre Schüler können ihren Methoden zwar nicht immer folgen, doch die Klasse hat Isabelle als über-fürsorgliche Beschützerin akzeptiert. In der Parallelklasse aber unterrichtet die junge und kluge Sofie, die mit ihren modernen Methoden Alphabetisierungs-Wunder bewirkt. Wenn auch ungewollt, lockt Sofie damit Isabelles Schüler in ihren Kurs. Und plötzlich ist es mit Isabelles Sanftmut vorbei. Sie ist eifersüchtig und kann den Gedanken nicht ertragen, von ihren Schützlingen verlassen zu werden. Isabelles Eifer gerät ausser Kontrolle. Schnell verfällt sie auf noch größere Anstrengungen, um ihre Schüler von ihren unbegrenzten Großzügigkeits-Ressourcen zu überzeugen: sie lässt sich auf das waghalsige Abenteuer ein, ihre teilweise noch nicht alphabetisierten Schüler kostenlos in die Fahrschule zu schicken. Mit einem zur Mildtätigkeit erpressten Partner gründet Isabelle die erste soziale Fahrschule. Doch dann sind es diejenigen Menschen, die ihr am nächsten sind, die ein wenig mehr von ihrer sonst so maßlos verteilten Großzügigkeit und Liebe einfordern: ihre Familie.

Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.

„Bei seinem waghalsigen Balanceakt den richtigen Ton zu finden unterstützt Legrand seine grandiose Hauptdarstellerin Agnès Jaoui als liebenswert, menschliche Heldin mit Fehlern und Qualitäten. Nicht umsonst hat die Autorin und Filmemacherin die französische Sittenkomödie mit schlagfertigen Spitzfindigkeiten und einem Röntgenblick auf menschliche Eitelkeiten und Schwächen wiederbelebt. Mit bewundernswerter Präsenz und selbst ironischem Blick sorgt sie dafür, dass der Beifall nicht aus dem falschen Lager kommt. Denn einem anderen zu helfen sollte nicht zuletzt ein Grundmuster zwischenmenschlicher Beziehungen sein.“ (programmkino.de)

Regie: Gilles Legrand
Frankreich 2019