Fr., 08.06. um 19 Uhr
Eintritt: 6,- Euro | ermäßigt: 4,- Euro

BlowUp Programmkino: Karla

Die Veranstaltung findet im ehemaligen Centrum Warenhaus / Karstadt statt.

Karla (Jutta Hoffmann) tritt nach Abschluß der Universität mit großen Ambitionen eine Lehrerstelle in einer Kleinstadt im Norden der DDR an. Sie möchte den Kindern nicht nur Fakten vermitteln, sondern sie vor allem zu selbständigem Denken anregen.
Mit Direktor Hirte (Hans Hardt-Hardtloff) versteht sie sich anfangs recht gut. Doch ihre Ideale stoßen auf Unverständnis – auch bei den Schülern, die längst wissen, was zu sagen ist und was man besser verschweigt.
Ihr unkonventionelles Verhalten, sie hat auch noch eine Beziehung zu dem „Aussteiger“ Kaspar ( Jürgen Hentsch), fällt unangenehm auf. Nach einer Niederlage paßt sich Karla an. Kurz vor dem Abitur begehrt sie jedoch auf, sagt ihren Schülern die Meinung. Am Ende des Schuljahres wird sie in eine andere Schule versetzt, Kaspar begleitet sie. (Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Der Film entstand im Sommer und Herbst 1965 in Babelsberg, Berlin und Greifswald, am Schwielowsee in der Mark Brandenburg und auf Zingst.
Nach verstümmelnden Schnitten wurde er verboten und blieb unvollendet.
Die ursprüngliche Fassung wurde im Januar und Februar 1990 von Kameramann Günter Ost wiederhergestellt.

„KARLA, gedreht in Totalvision und Schwarzweiß, mit wunderschönen tiefenscharfen Bildern Günter Osts, ist zwar ein alter, aber längst kein veralteter Film. Denn nach wie vor macht er vielen zu schaffen: der Widerspruch zwischen aktiver, kontinuierlicher Wahrheitssuche und Anpassung, zwischen dem Beharren auf der eigenen Meinung und opportunistischem Schweigen. KARLA sollte jedem Jugendlichen an der Schwelle zum Erwachsensein wenigstens einmal vorgeführt und in jeder Klasse diskutiert werden.“ (Ralf Schenk, Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz 45/ 91)

„Als psychologisches Kammerspiel inszenierte Studie, die in der DDR nach verstümmelnden Schnitten verboten wurde. Sie beschreibt das Ringen junger Menschen nach Wahrheit und den sehnlichen Wunsch, diese Wahrheit auch sagen und leben zu können. Die Zensoren bestätigten, daß der Film zwar gut gemeint sei, aber „objektiv“ schade. Glaubwürdig auch durch den Charme der Hauptdarsteller.“ (Lexikon des internationalen Films)

Regie: Herrmann Zschoche
DDR 1965-66/1990