Kunstraum 26: Magda Voerster & Martin Bartels

INDEX P13
Magda Voerster und Martin Bartels, beide Absolventen der Kunsthochschule Berlin Weißensee, leben und arbeiten schon lange als Künstlerpaar.

Magda Voersters Bildräume erinnern an Traum-Sequenzen, die, inspiriert von alten botanischen und kartografisch-technischen Illustrationen, farbige Tuschen auf Acrylgründen verorten. Dabei verzichtet sie auf Anekdotisches, erzählt keine Geschichten, sondern schafft zuallererst Ereignisse für das Auge.
In monochrom-malerischen Bildgefügen thematisiert Martin Bartels auf lyrische Weise das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine, zwischen Individuum und Apparat. Eine ganz eigene strukturelle und kompositorische Qualität entsteht durch eine Unzahl von collagierten Papierformaten, Buchseiten, Formularen, die – oft rasterartig, mit plastischen Klebefalten – den Fonds bilden für jedes Motiv.

Vernissage Freitag, 13. Mai, 19 Uhr
Laudatio: Michael Kruscha
Musik: Maria Eckert (Gitarre)

Kunstraum 26: vom 14. Mai bis 24. Juni 2022

http://kunstraum-braugasse.de

 

Bericht von der Vernissage am 13.5.2022

In der 26ten Ausstellung des Kunstraumes im Bürgerzentrum Braugasse 1 präsentiert sich seit dem 13.5. das Berliner Künstlerpaar Magda Voerster und Martin Bartels in einer gemeinsamen Ausstellung. Der Titel der Ausstellung „index p13“ vermittelt etwas von Register, Zahlen und Zeichen, passt aber auch wunderbar als Verweis zu ihren Gestaltungs- und Formelementen, wie es der Kurator Michael Kruscha in seiner Eröffnungsrede formulierte. Der Titel dient sowohl als Quelle für ihre Inspirationen, zeigt aber auch, technische Begrifflichkeiten, Kennzahlen, Raster und Verzeichnis in ihren Arbeiten.
Beide Künstler schlossen Ihr Kunststudium in Weißensee mit einer Diplomarbeit ab und stellen, neben ihren Einzelpräsentationen, verstärkt auch gemeinsam ihre Arbeiten aus. In beiden Arbeitswelten geht es zumeist um eine freie experimentelle Ausdrucksweise. Der eigene Garten spielt in Magdas Arbeiten innerhalb ihrer letzten Jahre eine elementare Rolle als Ausdrucksform. Sie hat die naturnahe Darstellung mittlerweile aufgelöst, die Pflanzenformen zerlegt, überklebt, übermalt und freie geometrische Formen entgegengesetzt.

Martin Bartels setzt in seiner Bildsprache auf eine Mischung von wieder erkennbaren Objektrealitäten, die er mit einem Zeichen- und Symbolvokabular miteinander verbindet. Im Zentrum seiner Arbeiten sehen wir zumeist Maschinen und Gerätschaften, die uns zum Teil bekannt erscheinen. Morbide Alltagszeugnisse, wie alte Vintage-Papiere, persönliche Aufzeichnungen, Wörter, Wortgruppen, Zeitungen, technische Papiere, maschinelle Skizzen können ihn inspirieren und sind Anlass für ihn, neue Wirklichkeiten zu liefern. Die Künstler zeigten sich begeistert von den Möglichkeiten der Architektur des Hauses: „Es ergeben sich spannende Konstellationen und Achsen, die die Bilder in eine für uns ganz neue Interaktion gesetzt haben. Auch die Möglichkeit, wirklich große Formate zeigen zu können, macht einen Reiz des Ortes aus.“.

Dies bestätigten auch die anwesenden Zuschauer während der Eröffnung, welche musikalisch von der Gitarristin Maria Eckert umrahmt wurde.

In den anschließenden anregenden Gesprächen wurde auch die Idee geboren, die Kunstraum Ausstellung verstärkt auch Schulen zu empfehlen, die vielleicht Lust haben mit ihren Schülern beim Thema Nachempfindungen von Kunstwerken sich von der aktuellen Ausstellung inspirieren zu lassen.

Beide Künstler sind auch in Berlin im Bereich Vermittlungsangebote bildende Kunst und kulturelle Bildung für Jugendliche aktiv.

Übrigens wurde die Vernissage von dem zufällig in Hoyerswerda drehenden Dokumentarfilmer Lutz Pehnert entdeckt, digital festgehalten und fließt eventuell in seinen neuen Dokumentarfilm über die Region mit ein.