So., 02.12. um 17.30 Uhr I Di., 04.12. um 17 & 20 Uhr I Do., 06.12. um 16 Uhr I Di., 11.12. um 17 Uhr

BlowUp Programmkino: Wenn wir erst tanzen

Der ehemalige Bühnentänzer DIRK L. (40) kehrt nach 20 Jahren in seine ostdeutsche Heimatstadt Hoyerswerda zurück. Einst ein bedeutsamer Industriestandort, gilt die Stadt nun deutschlandweit als Sinnbild für Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Ausländerhass und Untergang. Das selbstbewusste Heimatgefühl der Dagebliebenen ist Verlust- und Schamgefühlen gewichen.

Dirk gründet eine Laien-Tanzgruppe mit ca. 40 Leuten jeden Alters und inszeniert ein Bühnenstück über den Gefühlszustand der Stadt. Das Projekt lässt nicht nur ein neues Gefühl der Zugehörigkeit bei den Tänzern entstehen, es wird auch zu einem riesigen Erfolg in der Stadt.

Als Dirk mit nunmehr 70 Laientänzer als Nachfolgeprojekt den Tanzklassiker „Le Sacre“ probt, der ein barbarisches Ritual persönlicher Aufopferung für die Gemeinschaft thematisiert, entfaltet das neue Projekt eine ungewöhnliche Veränderungsenergie innerhalb der Tanzkompanie. Die Arbeit verstärkt den Austausch und die Nähe zwischen den Leuten. Löst Reflexion, Erkenntnis und Selbst-Vergewisserung über das eigene Leben aus. Bei einigen Tänzern schlägt dies um in mehr Klarheit über ihre Lebenwünsche. Einige gehen noch weiter: Sie ziehen berufliche Konsequenzen oder richten ihr bürgerschaftliches Engagement neu aus. „Le Sacre“ wirkt wie ein Doping, wie eine kreative Injektion: Persönliche Veränderung durch Gemeinschaft.

Nach der Vorstellung am 2. Dezember findet anschließend ein Gespräch mit Dirk Lienig, Dirk Heth und Olaf Winkler statt. Moderation Dr. Grit Lemke.
Karten für diese Veranstaltung sind im Vorverkauf erhältlich (siehe Ticketbutton)

Ein Film von Dirk Lienig, Dirk Heth und Olaf Winkler
Deutschland 2018
www.wenn wir erst tanzen-film.de